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Hören! Denken! Handeln! – Für ein lebenswertes Perchtoldsdorf

Unser Ausblick auf die Gemeinderatsperiode 2020–2025

Schulen & Bildung

Perchtoldsdorf hat sich zu einem Bildungsstandort entwickelt, der fast das gesamte Bildungsspektrum in sehr hoher Qualität abdeckt. Dazu gehören neben den öffentlichen auch die Privatschulen, die Franz Schmid Kunst- und Musikschule und die Volkshochschule.
Das zweifellos größte Projekt in der kommenden Periode wird der Zubau beim Schulzentrum Leonhardiberg sein. Nach langen Verhandlungen von Bürgermeister Martin Schuster mit Bund, Land und Schulgemeinden wird dieses Projekt ab 2022 umgesetzt. Damit werden nicht nur die Schulcontainer beim Gymnasium Geschichte sein, sondern das Gymnasium, die Mittelschule und die Volksschule werden auch den dringenden zusätzlichen Raumbedarf zum Wohle ihrer Schüler/innen abdecken können. Auch für die Sonderschule, die derzeit im Kulturzentrum angesiedelt ist, wird im Zuge dessen ein Projekt entwickelt.

Klima & Energie

Vor 25 Jahren ist Perchtoldsdorf unter dem damaligen Umweltreferenten und heutigen Bürgermeister Martin Schuster dem Klimabündnis beigetreten. Damit hat Perchtoldsdorf langjährige Klima- und Umweltschutzerfahrung und ist in vielen Bereichen Vorreiter in Österreich. Mit einem „Energie Lab Perchtoldsdorf“ wollen wir uns als Testregion für Nachhaltigkeit und Innovation im Bereich Energieversorgung etablieren. Mit dem Projekt KLEE werden alle Bereiche der Marktgemeinde auf Klima-, Energie- und Umweltschutzrelevanz erfasst, überprüft und im Bedarfsfall adaptiert. Das „Eco-Management und Audit Scheme EMAS“ soll zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung beitragen. Wettbewerbe mit Start-up-Unternehmen sollen spannende, kreative und innovative Ideen zu Klimawandel, Umweltschutz und Energie hervorbringen. Der kommunale Fuhrpark soll Schritt für Schritt auf E-Fahrzeuge umgestellt werden. In einem Contractingmodell soll selbst erzeugte Energie von Photovoltaik-Anlagen, umfassender als bisher, genutzt werden. Der kontinuierliche Ausbau der Photovoltaik-Kapazität wird fortgesetzt. In einem Pilotprojekt wird regeneratives Heizen in alten Häusern evaluiert. Das gemeindeübergreifende Energieprojekt „ecoRegeneration“ wird sich mit einer effizienten Nutzbarmachung von Abwärme und Erdsonden für eine dezentrale Wärmeversorgung beschäftigen.

Verkehr & öffentlicher Verkehr

Ob zu Fuß, mit dem PKW, mit dem Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Alle Fortbewegungsmöglichkeiten sollen in Perchtoldsdorf gleichermaßen gewährleistet
sein. Wo es sinnvoll ist, soll das Radwegenetz ausgebaut werden, um die Attraktivität und Sicherheit dieser klimaschonenden und gesunden Fortbewegungsart zu erhöhen.
Die seit 30 Jahren bestehende Förderung des örtlichen öffentlichen Verkehrs soll ausgebaut werden. Mit einer Perchtoldsdorf-Jahreskarte sollen die Öffis sowohl im Ort als auch in Wien zum Preis der Wiener Jahreskarte benützt werden können. Seit 15. 12. 2019 fährt die S-Bahn an Wochenenden auch in der Nacht im Halb-Stundentakt. Damit hat die
Idee eines kleinräumigen Mobilitätsangebotes zusätzlich Aktualität bekommen. Das sogenannte Mikro-ÖV-System wird auf die Bedürfnisse der Perchtoldsdorfer/innen maßgeschneidert und ist nachfrageorientiert. Mittels einer bezirksweiten App soll eine optimale Koordination der Fahrten aller Fuhrunternehmen für die „letzte Meile“ von der Schnellbahnstation zu einen von 100 Haltepunkten in Perchtoldsdorf gegen einen geringen Aufpreis auf das Öffi-Ticket möglich sein. Diese Fahrten, sowie die örtlichen Taxifahrten, sollen in Zukunft von Fahrzeugen mit alternativen Antriebstechniken durchgeführt werden. Eine entsprechende Grundlagenerhebung samt Fördermöglichkeiten wird durchgeführt.

Baumpatenschaft

Bäume beeinflussen unser Klima sehr stark. Sie binden CO2, produzieren Sauerstoff, spenden Schatten, fungieren als Luftbefeuchter und sorgen für kühlere Temperaturen. Mit der fortlaufenden Aktion „Baumpatenschaft“ setzt Perchtoldsdorf ein wirksames Zeichen und zeigt auf, wie jede/r einzelne zum Klimaschutz und damit auch zur Lebensqualität im Ort beitragen kann. Eine „Baumpatenschaft“ wird auch nach außen dokumentiert: Eine kleine Holztafel gibt darüber Auskunft, wer die Patenschaft übernommen hat.

Naherholung

Mit der Heide besitzt Perchtoldsdorf ein Naturjuwel von internationaler Bedeutung. Zahlreiche Lebensräume, Pflanzen und Tiere auf der Heide sind durch Natura 2000 besonders
geschützt. Um die Heide zu erhalten, sind auch in Zukunft ein sorgsamer Umgang, Schutz und Pflege unabdingbar. Neben der laufenden Pflege sind die jährliche Heidepflegewoche mit vielen Freiwilligen und das Ziesel-Projekt wichtige Anliegen.

Eltern & Kinder

Mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden Ferienspiel und Ferienbetreuung auch in den Semesterund/oder Herbstferien angeboten. Die Kooperation mit dem Perchtoldsdorfer Eltern-Kind-Zentrum PEKIZ und dem Pädagogisch Psychologischen Zentrum PPZ wird ebenso wie das Veranstaltungsangebot für Familien ausgebaut. Jugendspezifische Projekte und Aktionen in Kooperation mit der MOJA und Unterstützung eines „Peer-Mediator/innen – gewaltfreie Kommunikation“ Teams, sowie Workshops im sportlichen, kreativen und psychosozialen Bereich, werden im Jugendkulturzentrum umgesetzt.
Eltern- bzw. Väteraustauschtreffs sollen unterstützt werden. Alter- sund schulübergreifende Peer-Lerngruppen/Nachhilfe im partizipativen Prozess sollen unter dem Arbeitstitel „Lernbuddy“ eingeführt und Lernpatenschaften an Schulen ausgebaut werden. Mit der Re-Auditierung zur familien- und jugendfreundlichen Gemeinde werden die vorgesehenen Evaluierungen und Maßnahmen umgesetzt.

Kindergarten

Mit Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen werden die Kindergärten auf höchstem technischen Stand gehalten. Die laufende Anpassung der Kindergartenzeiten, inklusive Einführung einer Betreuung in den Herbst- und Semesterferien, orientiert sich an den Bedürfnissen der Eltern. Für eine gesunde Ernährung unserer Kleinsten ist der weitere Ausbau des Projektes „Gesunder Kindergarten“ vorgesehen. Gemeinsam mit der Bücherei wird ein Literatur-Projekt entwickelt, das schon die ganz Kleinen ans Lesen heranführen soll. Eine eigene Eltern-App soll den Informationsfluss zwischen Kindergarten und Eltern optimieren.

Wohnen & Generationen

Für junge Perchtoldsdorfer/innenwird das Projekt „Flexi-Wohnen“entwickelt. Dabei sollen jeweils drei Personen unter 30 Jahren gemeinsam eine rund 80 m² große Wohnung mit drei Individualund einem Gemeinschaftsbereich beziehen. Die Mietverträge werden mit jedem Mieter einzeln abgeschlossen. Der große Vorteil gegenüber einer klassischen Wohngemeinschaft ist eine besonders günstige Miete von etwa 200 Euro pro Person, die über eine eigens vorgesehene Wohnbauförderung möglich wird. Das Projekt „Betreutes Wohnen“ für ältere Perchtoldsdorfer/innen beim alten Bahnhof wird in der kommenden Periode gebaut und bezugsfertig sein. Bestehende generationsübergreifende Projekte werden ausgebaut und um Selbsthilfeprojekte wie „Miteinander – Alt Jung & Jung Alt“ ergänzt. Mit Projekten wie „Co-Living“ und „Urban Living“ soll mit breiter Bürgerbeteiligung die Zukunft des Wohnens und Zusammenlebens in Perchtoldsdorf beleuchtet werden. Es werden Ideen und Impulse für einen zukunftsfähigen Wohnungs- und Städtebau gesucht. Dabei gilt es gleichzeitig intelligente Lösungen mit Blick auf den demografischen Wandel, den Klimawandel und den Umweltschutz zu finden.

Sicherheit

Um die Resilienz Perchtoldsdorfs zu erhöhen soll die gemeinschaftliche Vernetzung gefördert, also die „Dorfgemeinschaft“ gestärkt werden. Neue Technologien für den Einbruchsschutz sollen laufend präsentiert und gefördert werden. Dazu wird ein eigenes Service in der Gemeindeverwaltung eingerichtet. Im Zivilschutz gilt gegenwärtig ein Stromausfall über mehrere Tage als mögliches Katastrophenszenario. In nur wenigen Tagen würde die gewohnte Versorgung völlig zusammenbrechen. Um hier Sicherheit zu schaffen werden die entsprechenden Notfallpläne adaptiert und im Vorfeld Maßnahmen zur Eigenversorgung kommuniziert. Ein Versorgungskonzept mit Einbindung von regionalen Produzenten gibt Sicherheit und ist auch sinnvoll, wenn es nicht zum Äußersten kommt.

Europa

Mit regelmäßigen Veranstaltungen soll die EU noch stärker im Bewusstsein unserer Gemeinde verankert werden. Auf der Gemeindewebsite, in Aussendungen und in der Korrespondenz wird durch die Beifügung von EU-Symbolen die Bedeutung der EU für Perchtoldsdorf ins Bewusstsein gerückt. Eine Koordinationsstelle auf der Gemeinde wird
Anregungen zum Thema EU entgegennehmen und Auskünfte zu EU-Förderungen, Stipendien und Bildungsprogrammen geben.

Kultur

Die herausragende Positionierung Perchtoldsdorfs als eine pulsierende Kulturader am Rande der Bundeshauptstadt verdanken wir den vielen außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeiten, die hier ihr Zuhause haben. Die zukünftige Aufgabe ist es, diese Besonderheit mit ihrer sehr hohen Qualität zu fördern und zu erhalten. Das Zusammenspiel des Kulturangebotes mit den örtlichen Wirtschaftsbetrieben soll eine nachhaltige Wertschöpfung für
Perchtoldsdorf schaffen. Traditionsveranstaltungen, Konzertzyklen und Theaterprojekte in unserer Burg werden zukünftig verstärkt ein Angebot für unseren Tourismus sein.

Gesundheit

Die Erweiterung der Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesundheitskasse, der NÖ Initiative „tut gut“ und dem IGP um zusätzliche Vorträge und Workshops ist geplant. Zum Beispiel Mentale Gesundheit, Kinder- und Jugendgesundheit, gesunde Ernährung, Umgang mit Lebensmitteln, Kooperationsveranstaltungen mit Perchtoldsdorfer
Schulen und frühe Hilfen. Auf einer Outdoor-Fitness-Anlage im Begrischpark sollen alle Generationen das ganze Jahr hindurch kostenlos an ihrer Fitness arbeiten können.
Eine Gesundheits- und Fitnessmesse sowie weitere Maßnahmen im Rahmen der Re-Zertifizierung zur „Gesunden Gemeinde“ sind geplant.

Sport & Freizeit

Um für Schulen und Vereine die Bespielbarkeit des Sportplatzes Höhenstraße zu optimieren, ist die Errichtung eines Kunstrasenplatzes auf dem derzeitigen Trainingsfeld, dem sogenannten
„Roten Platz“, angedacht. Die Arbeiterwiese im Begrischpark und außerhalb der Eislaufsaison auch der Eislaufplatz, sind in Überlegungen für eine Fußball-Nutzung einbezogen. Die Hallenbadgarderoben im Freizeitzentrum werden 2021 generalsaniert. Die Sanierung der Freibadgarderoben ist im mittelfristigen Finanzplan ebenfalls vorgesehen. Die Nachhaltigkeit des Freizeitzentrums als größtem kommunalen Energieverbraucher soll auch weiterhin optimiert werden.

Finanzen

Weiterführung des Schulden- und Haftungsabbaus, weitere Optimierung von Verwaltungsabläufen. Die großteils bereits umgesetzten Anregungen des Rechnungshofes werden weiter konsequent verfolgt.

Bauen

Der Charakter Perchtoldsdorfs als „Dorf am Rande der Stadt“ ist nach dem Willen der Perchtoldsdorfer/innen zu erhalten. Auch unsere Kinder und Kindeskinder sollen sich in unserem lebens- und liebenswerten Heimatort noch wohlfühlen können. Daher muss vorausschauend gedacht und gehandelt werden – sowohl was das Bewahren, als auch das sanfte Entwickeln angeht. Die verhängten Bausperren werden genutzt, um Rechtssicherheit für alle Beteiligten zu erreichen und den Ort und seine Bebauung so zu reglementieren, dass es mit einer sinnvollen Entwicklung und den Wünschen der Mehrzahl der Perchtoldsdorfer/innen vereinbar ist. Dazu gehören die Ausarbeitung eines Schutzzonenkonzeptes, die Einrichtung eines Baubeirates, die Überarbeitung der Bebauungsrichtlinien und die Evaluierung des Ortsentwicklungskonzeptes.

Marktplatz

Der Marktplatz hat viele Funktionen zu erfüllen. Für die Lebendigkeit des Perchtoldsdorfer Ortskerns spielt er eine wichtige Rolle. Ein gutes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer mit der für die Handelsbetriebe überlebenswichtigen Lebendigkeit, Funktionalität und Flexibilität des Platzes zu verbinden, ist die große Herausforderung.
Zugleich ist das auch die Vorgabe für Ideen und Diskussionen, die in einem breiten, ergebnisoffenen Bürgerbeteiligungsprozess geführt werden sollen. Eine letztendliche Entscheidung wird, wenn eine Finanzierung sichergestellt ist und alles entscheidungsfähig auf dem Tisch liegt, mittels Bürgerbefragung/- abstimmung erfolgen.

Straßen

Die Straßennutzungen ändern sich. Das Straßenbauprogramm wird daher laufend adaptiert. Noch viel mehr Perchtoldsdorfer Straßen und Gehsteige als bisher werden mit dem nunmehr in Perchtoldsdorf sehr erfolgreich erprobten System von Bitunova saniert. Der Straßenreinigung, sowie der Pflege von Grünflächen, Kreisverkehr- und Blumeninseln wird auch zukünftig große Aufmerksamkeit geschenkt.

Wasser

Zur Gewährleistung unserer Versorgung mit dem eigenen Tiefenquellwasser wird ein neuer Brunnen geschlagen und dadurch die Kapazität der bestehenden Brunnenanlagen optimiert. Durch die Errichtung einer Notstromversorgung auf Photovoltaik- und Batteriebasis in den Pumpwerken wird die Wasserversorgung im Falle eines längeren Stromausfalls sichergestellt. Der bereits begonnene Austausch von Gusseisenrohrleitungen gegen Kunststoffrohre wird gemäß Sanierungsplan vollendet. Mit dem Projekt „Smartmeter“ wird innovatives Wassermanagement möglich und die Applikation „Waterloo“ wird für Privatanwender zur Verfügung gestellt. Mit dem Projekt „Perchtoldsquell“ an Kindergärten, Schulen und in der Gastronomie soll das Trinken unseres mineralstoffreichen Wassers gefördert und Plastikmüll vermeiden werden.

Teilen & Fairtrade

Mit einem Sharing Economy Projekt soll die Idee der GiveBox ausgebaut werden. Aktionen und Initiativen rund um den fairen Handel in Perchtoldsdorf werden weiter verstärkt. Der Bezug von regionalen und saisonalen Angeboten soll ebenso unterstützt werden, wie auch der Kauf von fair gehandelten Produkten. Regionale Waren mit ihrer lokalen Wertschöpfung und Fairtrade Produkte sind nachhaltig und wirken sich positiv auf Umwelt und Klima aus.